„Wir finden gemeinsam mit unseren Patienten den besten Weg.“

Viele der Patienten von Dr. Christian Schroers haben einen langen Leidensweg und nicht selten mehrfache Operationen hinter sich, die jedoch nicht zur Linderung der Schmerzen geführt haben. „Wenn eine Operation im Sinne der Schmerzlinderung fehlgeschlagen ist, sind manche Patienten verständlicherweise skeptisch, wenn ich mit ihnen über die Möglichkeiten der Neuromodulation spreche – immerhin geht es um einen weiteren chirurgischen Eingriff“, erzählt der Oberarzt.

„Verglichen mit herkömmlichen chirurgischen Verfahren, die auf die Beseitigung von Schmerzen zielen, sind Rückenmarks‑ und Nervenstimulation jedoch weniger invasiv und zerstörend, weil sie die schmerzleitenden und ‑verarbeitenden Strukturen des Körpers weder unterbrechen noch anatomisch verändern“, erklärt er weiter. Bei der Neuromodulation werden feine Kabel oder Elektroden gezielt an Rückenmarks‑ oder Nervenstrukturen platziert, um übererregte Nerven mithilfe von schwachen elektrischen Impulsen zu beruhigen.

„Der Vorteil für Patienten ist, dass die Verfahren zunächst in einer mehrtägigen Testphase auf ihre Wirksamkeit ausprobiert werden können, bevor wir ein Implantat dauerhaft einsetzen. Zudem ist das Verfahren umkehrbar. Das heißt, die Implantate können auch wieder entnommen werden“, erklärt der Chirurg, der bereits mehr als 3.600 Operationen verantwortlich durchgeführt hat.

„Wenn die Voraussetzungen stimmen, kann nach meiner Erfahrung die Neuromodulation zu einer deutlichen Schmerzlinderung und Verbesserung der Lebensqualität bis hin zur Rückkehr ins Berufsleben führen“, erläutert Dr. Schroers. „Deshalb ist es wichtig, die Patienten für diese Therapie mit Bedacht auszuwählen, ihre Erkrankung richtig einzuschätzen und ihre Bedürfnisse genau zu kennen.“

Dr. Schroers arbeitete mehrere Jahre an der Universitätsklinik in Bristol/Großbritannien und spezialisierte sich dort auf die Behandlung von Menschen mit chronischen Schmerzen. „Chronische Schmerzpatienten sind in Deutschland wie in anderen Industrienationen medizinisch unterversorgt“, berichtet der Chirurg, der Mitglied in der britischen und der internationalen Gesellschaft für Neuromodulation ist. „Ich freue mich, dass wir mit der Schmerzklinik Berlin die Versorgungslücke für diese Menschen etwas verkleinern und ihnen ein breites Spektrum an etablierten Behandlungsmöglichkeiten anbieten können, die wir mit der Zeit weiter ausbauen. Dafür bringe ich meine Erfahrungen gerne ein“, erklärt Dr. Schroers weiter.